Schreib­blo­cka­de über­win­den: 7 Wege, dei­ne Angst vorm Schrei­ben zu lösen

von | 22. Apr. 2025 | Persönliche Weiterentwicklung | 0 Kommentare

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2025

Viel­leicht kennst du das: Du willst schrei­ben, aber irgend­et­was hält dich zurück. Der Kopf ist vol­ler Zwei­fel, und der lee­re Bild­schirm scheint dich aus­zu­la­chen. Die­se Angst vorm Schrei­ben kann unglaub­lich läh­mend sein, beson­ders, wenn du eigent­lich so viel zu sagen hast. In die­sem Arti­kel zei­ge ich dir, wie du Schreib­blo­cka­den Schritt für Schritt über­win­dest, wie­der in den krea­ti­ven Schreib­fluss kommst und mit mehr Leich­tig­keit schreibst.

Die Angst vorm Schrei­ben

Die Angst vorm Schrei­ben treibt selbst die erfah­rens­ten Texter*innen um. Ich bin immer wie­der über­rascht, dass es nicht nur mich, son­dern auch ande­re Men­schen betrifft, die seit Jahr­zehn­ten erfolg­reich im Text­busi­ness unter­wegs sind. Rich­tig erfolg­reich. Judith Peters hat in die­sem Zusam­men­gang den wun­der­ba­ren Begriff Con­tent-Ängst geschaf­fen, der die Angst vor Sicht­bar­keit beschreibt. Auch die ist oft ein Grund für Schreib­blo­cka­den.

Die Ängs­te und Zwei­fel, die beim Schrei­ben auf­kom­men, kön­nen viel­fäl­tig sein:

  • Zwei­fel an den eige­nen Text­küns­ten
  • Angst vorm lee­ren, wei­ßen Blatt
  • Die Fra­ge, ob das eige­ne Geschreib­sel über­haupt jeman­den inter­es­siert
  • Die Angst, dass jemand das Geschrie­be­ne liest

Was steckt hin­ter der Angst vorm Schrei­ben?

Jede*r von uns hat ihre*seine eige­nen Geis­ter. So viel ist sicher. Die Angst vorm Schrei­ben bzw. Ver­öf­fent­li­chen ist oft die Angst vorm Ver­sa­gen und vor Ableh­nung. Das habe ich mehr­fach selbst erlebt und gehört. David und Tom Kel­ley schrei­ben dazu in ihrem Buch „Krea­ti­vi­tät und Selbst­ver­trau­en: Der Schlüs­sel zu Ihrem Krea­tiv­be­wusst­sein“:

Unse­rer Erfah­rung nach ist (…) die größ­te Angst, die Angst zu ver­sa­gen. Sie kann sich in der Angst aus­drü­cken, beur­teilt zu wer­den, mit etwas anzu­fan­gen oder sich Unbe­kann­tem zu nähern. Und auch wenn schon viel über Ver­sa­gens­angst gesagt und geschrie­ben wur­de, stellt sie doch noch immer das größ­te Hin­der­nis für erfolg­rei­che Krea­ti­vi­tät dar.

David und Tom Kel­ley, Kre­ativität und Selbst­ver­trau­en, S. 59.

Beim Schrei­ben schon Angst vor der Beur­tei­lung haben: Das kann nur schief­ge­hen. Denn es ver­hin­dert frei­es Den­ken und Aus­pro­bie­ren – eine Grund­vor­aus­set­zung für Krea­ti­vi­tät.

Wir soll­ten beim Schrei­ben direkt an unse­re Leser*innen den­ken. Wir sol­len sie uns sogar mit ihren Sor­gen und Wün­schen kon­kret vor­stel­len, schließ­lich wol­len wir sie mit unse­ren Wor­ten in der Tie­fe ihres Her­zens errei­chen. So weit, so rich­tig. Was sich jedoch ganz und gar nicht emp­fiehlt: Die kri­ti­schen Gesich­ter von Erna und Ernst vor sich zu sehen, wäh­rend man ver­sucht, die rich­ti­gen Wor­te für einen Text zu fin­den. Denn die Angst, dass Erna und Ernst den Text lesen, kann uns davon abhal­ten, ihn zu ver­öf­fent­li­chen oder gar ihn zu schrei­ben.

Ich weiß, wovon ich schrei­be, denn ich hab’s trotz­dem getan und so mein Stu­di­um um ein Semes­ter ver­län­gert. (Die Kurz­ver­si­on: Ich habe die zwölf Sei­ten mei­ner Magis­ter­prü­fungs­klau­sur zer­ris­sen, weil ich Angst hat­te, dass mein Pro­fes­sor die Klau­sur liest.)

Ich möch­te mich von die­ser Angst vorm Schrei­ben und Lesen nicht mehr abhal­ten las­sen. Für den Moment, wenn die Angst mich ein­holt, habe ich mitt­ler­wei­le Stra­te­gien ent­wi­ckelt, um ins Schrei­ben zu kom­men. Viel­leicht hel­fen die­se Tipps auch dir.


„Bit­te ver­giss nie: Kei­ne Angst der Welt ist es wert, dass du dei­ne Gedan­ken nicht teilst. Unse­re Welt braucht die vie­len ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven auf das Leben. Auch dei­ne. Nimm dir ein Herz, grei­fe zum Stift und leg los.“


Schreib­blo­cka­den über­win­den: Die­se 7 Tipps hel­fen wirk­lich

  • Tu so, als wür­dest du für dei­ne bes­te Freun­din schrei­ben. Stell dir vor: Sie sitzt vor dir, lächelt, nickt. Sie gibt dir ein, zwei Ver­bes­se­rungs­tipps, aber ermu­tigt dich, ein­fach wei­ter­zu­schrei­ben.

  • Mach dir dei­ne Lieb­lings­mu­sik an. Bei mir ist das zum Schrei­ben der sanf­te Max Rich­ter, manch­mal auch die poe­ti­sche Lina Maly. Und wenn es ganz schwie­rig wird, dann kommt „Trou­ble is“ von Hel­gi Jons­son auf die Ohren.

  • Drei Schrei­ben­de, drei Tex­te. Egal wie viel Mühe du dir gibst, ande­re Texter*innen betex­ten ein und das­sel­be The­ma anders. Das gilt übri­gens auch für ande­re krea­ti­ve Berei­che. Und das ist auch gut so. Sonst hät­ten etwa die Impres­sio­nis­ten nicht so herr­lich unter­schied­li­che Bil­der von Blu­men­wie­sen für die Nach­welt erschaf­fen.

  • Lass eine gute See­le drü­ber­le­sen. Gib dei­nen Text einem Men­schen zu lesen, dem du ver­traust. Das kann eine ande­re Tex­te­rin sein oder eine fach­frem­de Per­son. Wich­tig ist, dass sie dir gegen­über wohl­ge­son­nen, aber auch kri­tisch ist. So kannst du ent­spannt schrei­ben und hast gleich­zei­tig die Gewiss­heit, dass eine Kor­rek­tur erfolgt.

  • Vier gewinnt: Gut ist gut genug. Es muss nicht immer die Eins plus sein, es kann auch eine Vier sein. Das habe ich nach mei­ner zer­ris­se­nen Magis­ter­prü­fungs­klau­sur ver­stan­den. Für mei­ne Wie­der­ho­lungs­klau­sur war das Mot­to: Vier gewinnt.

  • Ver­las­se dei­nen Schreib­tisch. Sofort. Geh vor die Tür, rufe net­te Men­schen an und streich­le dei­ne See­le. Lass dir dabei hel­fen, die­se Angst vor den Lesen­den zu rela­ti­vie­ren. Denn so böse wie du in dem Moment den­ken magst sind sie nicht.

Mini-Schreib­übun­gen bei Schreib­blo­cka­den

Manch­mal hilft kein Rat­ge­ber und auch kei­ne 7 Tipps, son­dern ein­fach, es zu tun. Mit Schrei­ben los­zu­le­gen. Wenn du gera­de gar nicht weißt, wie du anfan­gen sollst, kön­nen die­se drei Schreib­übun­gen hel­fen, den Kno­ten im Kopf zu lösen. Sie neh­men den Druck raus und brin­gen dich in Bewe­gung.

Schrei­be dich frei (5‑Mi­nu­ten-Flow)

Stell dir einen Timer auf fünf Minu­ten und schrei­be ein­fach alles auf, was dir in den Kopf kommt. Egal, ob es Sinn ergibt oder nicht. Die­se Metho­de trai­niert dein Unter­be­wusst­sein dar­auf, dei­ne Gedan­ken wie­der flie­ßen zu las­sen – per­fekt, um ins Schrei­ben zu kom­men.

Ver­fas­se einen Brief an dei­ne Angst vorm Schrei­ben

Nimm dir einen Tee, setz dich hin und begin­ne mit den Wor­ten: „Lie­be Schreibangst, ich weiß, dass du mal wie­der zu Besuch bist…“ Du kannst auch schrei­ben: „Lie­be Erna, lie­ber Ernst, ihr seid ja mal wie­der zu Besuch …“ So fan­ge ich die­se Brie­fe oft an. Du wirst über­rascht sein, wie viel Druck sich löst, wenn du dei­ne Angst ein­fach ein­mal ansprichst.

Nut­ze Satz­an­fän­ge als Start­hil­fe

Set­ze dich vor ein Blatt Papier und schrei­be kur­ze, ein­fach Satz­an­fän­ge wie die­se:
– „Heu­te möch­te ich über … schrei­ben, weil …“
– „Ich erin­ne­re mich an den Moment, als …“
– „Wenn ich ehr­lich bin, dann …“

Du magst es kaum glau­ben, aber die­se klei­nen Anfän­ge wir­ken oft Wun­der, um wie­der ins Schrei­ben zu kom­men.

So löst du den Druck, per­fekt schrei­ben zu müs­sen

Das größ­te Hin­der­nis beim Schrei­ben ist oft der Anspruch, dass alles sofort per­fekt sein muss. Viel­leicht kennst du die­sen inne­ren Kri­ti­ker, der schon beim ers­ten Satz flüs­tert: „Das klingt nicht gut genug.“ Genau die­ser Gedan­ke blo­ckiert dich – und lässt dich zwei­feln, bevor du über­haupt ange­fan­gen hast.

Um die­sen Druck zu lösen, darfst du dir erlau­ben, unper­fekt zu schrei­ben. Sieh den ers­ten Ent­wurf als Roh­dia­man­ten – noch unge­schlif­fen, aber vol­ler Poten­zi­al. Kein Text ent­steht in einem ein­zi­gen per­fek­ten Wurf. Selbst erfah­re­ne Autor*innen über­ar­bei­ten ihre Tex­te mehr­fach.

Ein klei­ner Trick: Schrei­be absicht­lich schlecht. Set­ze dir ein Zeit­li­mit von fünf Minu­ten und schrei­be ein­fach drauf­los – ohne zu löschen, ohne zu den­ken. Oft ent­steht dabei genau das, was du so lan­ge gesucht hast: Echt­heit.

Wenn du merkst, dass der Per­fek­tio­nis­mus dich wie­der ein­holt, erin­ne­re dich dar­an: Schrei­ben ist ein Pro­zess. Dein Text muss dich nicht bewei­sen – er darf dich ein­fach aus­drü­cken. So löst du den Druck, per­fekt schrei­ben zu müs­sen, und kommst Schritt für Schritt in einen frei­en Schreib­fluss.

Pod­cast-Emp­feh­lung bei Schreib­blo­cka­den: Schrei­ben & Schred­dern

Ande­ren Men­schen zuzu­hö­ren, wie auch sie strugg­len, kann heil­sam sein. Beson­ders emp­feh­len möch­te ich dir den Pod­cast Schrei­ben & Schred­dern von und mit Marc-Uwe Kling. Heil­sam und lus­tig. Zu Gast waren schon Sebas­ti­an Fit­zek, Lui­sa Neu­bau­er und vie­le mehr. Ande­re über ihre Strug­gles und ihre Stra­te­gien reden zu hören, sorgt bei mir dafür, dass sich Schrei­ben wie­der leich­ter anfühlt. We are in this tog­e­ther. Ich lieb’s sehr. Du ja viel­leicht auch.

Jetzt inter­es­siert mich aber: Kennst du die­se Angst? Und wenn ja: Was sind dei­ne bes­ten Tipps, um ins Schrei­ben zu kom­men?

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Cindy Ulitzsch

Cindy Ulitzsch

Astro-Mentorin, Zwillinge-Aszendent & Mutmacherin

Bereits in meiner Jugend begeisterte ich mich für die Magie der Astrologie, verlor sie jedoch in meinem Alltag als PR-Beraterin und Texterin aus den Augen. Als sich die 12 Tierkreiszeichen vor einigen Jahren wieder in mein Leben schlichen, tauchte ich tiefer ein als je zuvor. Irgendwann merkte ich, wie sehr die Astrologie mir und anderen im Joballtag half – und entwickelte mein Astro-Mentoring. Jetzt begleite ich Menschen mithilfe der Astrologie zu mehr Selbstakzeptanz, Klarheit und Mut – weil ich daran glaube, dass das der Anfang von echtem Selbstvertrauen und gutem Miteinander ist. Fernab von Fake it til you make it und Was uns nicht umbringt, macht uns härter. Mehr über mich erfährst du auf meiner Über-mich-Seite, auf Instagram und auf LinkedIn.

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